Lebenskunst: Mein persönlicher Weg in ein Leben in bedingungslosem Frieden
- lena.literatur

- vor 1 Tag
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Lebenskunst beginnt mit innerer Gewissheit
Es gibt Lebenswege, die entstehen als inneres Bild, lange bevor sie im Außen Form annehmen. Mein Debütroman „REDUKTION - Die Essenz des Lebens“ aus dem Jahr 2021 erzählte bereits von einem kleinen Haus, einem naturnahen Garten, Rückzug, Einfachheit und einer Frau, die ihr Leben neu ordnet. Damals hielt ich diese Geschichte für eine schöne Vorstellung. Heute lebe ich in genau diesem Leben.
Mein Weg führte mich in eine Einsiedelei, in eine Form von Lebenskunst, die sich aus täglichen Entscheidungen aufbaut. Dieser Beitrag gibt Einblicke und zahlreiche Impressionen aus meiner Einsiedelei. Er lädt dazu ein, der eigenen inneren Stimme zu vertrauen und daraus etwas Stimmiges wachsen zu lassen.
Der Schritt in die Einsiedelei
Vor einigen Jahren habe ich mein Immobilienunternehmen verkauft und einen hochaktiven Berufsalltag hinter mir gelassen. Dieser Schritt entstand aus dem Wunsch, mein Leben aus innerer Stimmigkeit heraus zu gestalten.
Heute lebe ich in einer kleinen Einsiedelei. Mein Haus liegt eingebettet in Natur. Der Rhythmus des Tages folgt dem Licht. Ich stehe mit der Sonne auf und gehe mit ihr zur Ruhe. Diese einfache Struktur schenkt meinem Alltag Klarheit und meinem Geist Weite.
Die Einsiedelei ist für mich ein Lebensraum, in dem Lebenskunst täglich geübt wird.
Freiwillige Einfachheit als Lebenskunst
Mein Lebensstil folgt der Idee freiwilliger Einfachheit, die ich für mich unter dem Bild der „Modernen Mönchin“ verstehe. Ich lebe ohne Fernseher, wähle digitale Reize bewusst und halte meinen Konsum gering. Früher habe ich das, was ich benötigte, neu gekauft. Heute finden mich die Dinge auf verschiedensten Wegen, und ich greife oft auf, was andere aussortieren.
Mein Alltag besteht aus festen Routinen: Körperübungen am Morgen, eine kalte Dusche, Studier- und Schreibzeiten, Gartenpflege, wildes Sammeln, Tiere versorgen und Feuerholz für den Kamin machen. Ich bin jeden Tag mehrere Stunden auf Wanderungen im schönen Sandstein-Odenwald.
Holz zu tragen, zu stapeln und das Feuer zu entzünden verbindet mich mit den Jahreszeiten und mit einer einfachen Form von Selbstverständlichkeit. An meiner Seite sind meine beiden geliebten Hündinnen Nali und Pepe, beide aus dem Tierschutz. Außerdem leben hier die wilden Eichhörnchen Momo und Mimi. Sie alle teilen jeden Morgen, jeden Weg und jede Stille mit mir. In ihrer Gegenwart wird das Einfache reich.
Ich lebe ohne Partner. Diese Entscheidung schenkt mir Selbstverantwortung und innere Ordnung. Rückzug ist für mich eine selbstgewählte Kraftquelle.
Diese Form der Lebenskunst entsteht aus der Erlaubnis an mich selbst, mein Leben abseits gewohnter Wege aufzubauen.
Dieses Leben ist kein trauriges Leben frei von Genuss oder Sinnlichkeit. Ich erlebe es sogar eher als das genaue Gegenteil. Ich bin dadurch unendlich reich.
Warum Einsiedelei?
Meine Einsiedelei ist inspiriert von den alten und bis heute andauernden Formen des Rückzugs, in denen Menschen viel Lebenszeit in Stille verbringen und zugleich offen bleiben für Begegnungen und Gespräche auf tieferer Ebene. Auch die Lage trägt diesen Charakter. Das kleine massiv gebaute Haus liegt relativ abgeschieden, eingebettet in Natur und in vereinzelter Nachbarschaft. Ich habe ein gesundes Sicherheitsbedürfnis und weiß mich hier gut aufgehoben. Es ist ein Ort, an dem Gäste willkommen sind, an dem ich koche, backe und der Duft von veganem Kuchen durch die Küche zieht. Diese Lebensform lebe ich nicht ausschließlich.
Ich gehe auch mal auf einen Faschingsball, halte Lesungen und begegne Menschen außerhalb dieses Ortes. Doch der größere Teil meines Lebens findet in gelebter Kontemplation, innerer Sammlung und bewusster Einfachheit statt.
Diese Lebensweise fordert Ambiguitätstoleranz
Ambiguitätstoleranz bezeichnet die Fähigkeit, innere Widersprüche auszuhalten.
Und diese Lebensweise fordert Ambiguitätstoleranz auf einer sehr konkreten Ebene. Ich verzichte bewusst auf viele Formen äußeren Komforts, auf permanente Absicherung, auf ständige Verfügbarkeit von Ablenkung und Bequemlichkeit. Dadurch entsteht Raum für innere Wahrnehmung, für Stille und für Selbstbegegnung. Dieses Leben konfrontiert mich mit mir selbst, mit offenen Fragen und mit Tagen ohne klare Richtung. Genau darin liegt seine Kraft. Die Vedanta-Lehren beschreiben dieses innere Verhältnis so:
„Wie zwei Vögel in engster Freundschaft auf ein und demselben Baum wohnen, so leben Ego und Selbst im selben Körper. Das eine kostet die süßen und sauren Früchte vom Baum des Lebens; das andere schaut innerlich losgelöst zu.“
Diese Weisheit begleitet mich. Sie erinnert mich daran, dass mitten im gelebten Alltag ein stiller Beobachter in mir bleibt. Aus dieser inneren Distanz wächst Gelassenheit. Und aus Gelassenheit entsteht Frieden.
Naturnaher Garten, Wildkräuter und Selbstversorgung
Ein wichtiger Teil meines Lebenskonzepts ist ein naturnaher Garten. Ich baue Gemüse an, sammle Wildkräuter, beobachte die Jahreszeiten und arbeite mit dem Boden. Selbstversorgung gelingt nur soweit es möglich ist, doch bereits dieser Weg verändert die Beziehung zur Nahrung und zur Natur.
Wildkräuter bereichern meine Küche. Essbare Pflanzen aus der Umgebung erinnern mich täglich daran, dass Nahrung ein Geschenk der Natur ist. Diese Form der Selbstversorgung stärkt die Verbindung zur Landschaft und zur eigenen Körperwahrnehmung.
Ernährung als Ausdruck von Lebenskunst
Meine Ernährung ist pflanzenbasiert. Ich wähle möglichst unverarbeitete Lebensmittel, saisonale Zutaten und eine einfache Zubereitung. Nahrung dient der Versorgung des Körpers und der Klarheit des Geistes.
Alkohol spielt in meinem Leben keine Rolle mehr, was früher einmal ganz anders war. Diese Entscheidung unterstützt Ruhe, Wahrnehmung und Präsenz. Essen ist Teil meiner Lebenskunst und Teil meines gelebten Friedens.
Lebensmittel betrachte ich dabei nicht allein unter dem Blickwinkel von Nährstoffen und Kalorien. Ich achte ebenso auf ihre Lebendigkeit, auf Frische, Herkunft und natürliche Kraft. Nahrung trägt für mich immer auch Lebensenergie (Boviseinheiten). Je ursprünglicher ein Lebensmittel ist, desto deutlicher spüre ich seine Wirkung auf Körper und Geist.
Selbststudium der Philosophie als tägliche Praxis
Lebenskunst bedeutet für mich auch geistige Nahrung. Ich nehme mir täglich Zeit für das Selbststudium der Philosophie, für alte Weisheitslehren, für stoische Gedanken, für jüngere philosophische Stimmen, für Lyrik und Literatur. Diese Texte begleiten meine Tage, öffnen neue Blickwinkel und halten meinen Geist wach.
Ich lese, höre und denke nach, oft am Ofen, beim Puzzle, mit einer Tasse Tee in der Hand. Diese stillen Stunden sind für mich gelebte Innenschau. Sie ordnen Gedanken, weiten den Blick und schenken mir eine ruhige Form von Erkenntnis.
Philosophie ist für mich keine Theorie. Sie ist eine tägliche Praxis, die mein Leben von innen her formt.
Vom dysregulierten Nervensystem zur inneren Ruhe
Die erste Hälfte meines Lebens war eine Suche nach Orientierung. In der zweiten Hälfte lebe ich Orientierung. Ich bewege mich in einem stark ausgeprägten hochsensiblen Spektrum. Lange ging das mit einem geringen Selbstwert einher und mit dem Gefühl, mich im Außen behaupten zu müssen.
Mein Nervensystem war über Jahre dysreguliert. Verantwortung, Daueranspannung und äußere Anforderungen hatten Spuren hinterlassen. Der Ausstieg, die Einsiedelei, die Einfachheit und der Rhythmus der Natur haben meinem System Zeit gegeben. Heute findet mein Nervensystem zurück zu tiefer Ruhe, innerer Gelassenheit und gelebtem Frieden. Diese Veränderung geschieht schrittweise. Sie ist Ergebnis einer Lebensgestaltung, die Raum für Selbstregulation lässt.
Lebensphilosophie und bedingungsloser Frieden
Wer Frieden will, muss ihn in sich selbst leben. Dieser Raum liegt in meiner Verantwortung. Es ist der Bereich, um den ich mich kümmern muss, kann und darf. Ich richte meine Energie zunächst auf mein eigenes Leben und mein eigenes Handeln, denn dort liegt mein Einflussbereich. Diese Ausrichtung hat mich gelehrt, radikale Freundlichkeit zu üben – mir selbst gegenüber, anderen gegenüber und dem Leben gegenüber. Sie ist für mich eine Form gelebter Lebenskunst, die mich als Teil des großen Ganzen begreifen lässt.
Die universellen Gesetze des Lebens dienen mir dabei als Orientierungsrahmen. Wir alle haben schon von dem Gesetz der Anziehung gehört, doch haben wir wirklich verinnerlicht, was sich dahinter verbirgt? Auch das Gesetz der Entschädigung als weiteres Beispiel beschreibt für mich das unmittelbare oder zeitversetzte Feedback des Lebens auf die Energie, die wir in die Welt bringen. Lebenskunst bedeutet, diese Zusammenhänge im Alltag zu erkennen, zu erfahren und bewusst anzuwenden. Daraus entsteht innere Gewissheit. Und aus dieser Gewissheit wächst gelebter Frieden.
Literatur als Spiegel meines Lebensweges
Meine Bücher kreisen um genau diese Art zu leben. Mein Debütroman Reduktion – Die Essenz des Lebens war der erste innere Entwurf dieses Weges. Weitere Romane und Texte erzählen von Reduktion, Selbstwirksamkeit, Naturverbundenheit und innerer Freiheit.
Literatur wurde zum Spiegel meiner Lebensphilosophie. Schreiben und Leben sind in meinem Alltag eng verbunden. Meine Texte entstehen aus Erfahrung, Beobachtung und gelebter Einsiedelei.
Alle Bücher gibt es als Taschenbuch, die Romane auch als eBook in meinem Webshop und Hörbücher bei Audible, Amazon und iTunes.
Einladung zum eigenen Lebenstraum
Mein Lebenskonzept ist kein allgemeines Modell. Jeder Lebenstraum folgt einer eigenen inneren Stimme.

Und so darf auch jeder Mensch sein Leben aus der eigenen inneren Stimmigkeit heraus aufbauen; mein Weg ist nur einer von vielen, und während einige ihn verstehen, werden andere gerade solche eigensinnigen Wege kritisch betrachten, weshalb die innere Gewissheit zum tragenden Kompass jeder individuellen Lebensreise wird. Vielleicht berührt dich eine dieser Facetten. Vielleicht entsteht daraus eine neue Frage an dein eigenes Leben.
Lebenskunst beginnt dort, wo wir uns erlauben, unseren Weg ernst zu nehmen und ihm zu vertrauen.
Herzlichst
Lena
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