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Leben im Waldhaus - eine wilde Familie

Aktualisiert: vor 1 Tag

Taube Amy im kleinen Waldhaus von Lena Dieterle
Taube Amy

Naturnah leben – dieser Wunsch war von Anfang an da

Genau so hatte ich mir mein Leben immer schon gewünscht: am Waldrand, mit einem naturnahen Garten, ganz verbunden mit allem, was lebt, umgeben von Tieren, deren Wege sich ganz selbstverständlich mit meinen kreuzen. Etwas ganz Lebendiges, das sich in meinen Alltag hineinwebt und ihn prägt. Und genau darin liegt für mich bis heute ein stiller Reichtum dieses Ortes. Eichhörnchen, Wildvögel, Waschbären, ein Maulwurf, Waldmäuse, manchmal der Steinmarder – Leben, das längst da war, bevor ich hier eingezogen bin.


Eine Einladung zum Perspektivwechsel 💛



Naturnah leben im Waldhaus heißt auch, genauer hinzusehen

Was mir immer wieder auffällt: Sobald ich solche Momente teile, freuen sich viele Menschen daran. Gleichzeitig kommen häufig Warnungen, Sorgen und Hinweise darauf, was alles problematisch werden könnte. Gerade beim Waschbären ist da oft eine Angst spürbar.

Doch gehört all das nicht auch dazu, wenn man sich für ein solches Leben entscheidet? Wir können doch nicht sagen: Dich wollen wir haben, weil du nützlich bist oder süß anzusehen, und dich wiederum wollen wir nicht. Ich jedenfalls kann das nicht, denn ich versuche, wann immer es gelingt, nach dem Grundsatz der Gleichwertigkeit zu leben. Selbst Fliegen fange ich ein, um sie wieder nach draußen zu setzen.

Der Mensch neigt oft dazu, Kontrolle haben zu wollen. Für mich stehen zunächst Achtsamkeit, Rücksichtnahme und der Wunsch, Verhalten zu verstehen. Denn wo Verstehen wächst, wird auch ein angemessenes Miteinander möglich.


Bei mir steht an erster Stelle der Wunsch, Verhalten besser zu verstehen, Grenzen wahrzunehmen und genauer hinzusehen – begleitet von echter Neugier. Alles im Leben besteht aus Geben und Nehmen.

Ein Maulwurfshügel erzählt zunächst einmal von lebendigem Boden. Ein Waschbär bewegt sich entlang seiner vertrauten Wege, ein Igel sucht Schutz. Und ein Garten, in dem all das sichtbar wird, zeigt vor allem, dass er offen geblieben ist für das Leben ringsum.

Natur endet an keiner Grundstücksgrenze. Wer im Waldhaus naturnah lebt, empfängt Vogelgesang, Blüte und Schönheit ebenso wie Spuren von Mitbewohnern, Bewegung und Begegnung. Das eine gehört zum anderen, und genau darin liegt für mich die Stimmigkeit einer solchen Entscheidung. 


Waschbär Aurora im kleinen Waldhaus von Lena Dieterle
Waschbärin Aurora

Wir sind eine wilde Familie

Ich mag diesen Gedanken sehr, dass wir uns hier im Waldhaus so nehmen, wie wir sind. Vielleicht berührt mich das auch deshalb, weil mir genau dieses selbstverständliche Nebeneinander im menschlichen Miteinander oft schwerer gelingt. Ohne Erwartungen, ohne ständiges Formenwollen, ohne den Anspruch, dass das Gegenüber anders sein müsste. Tiere bleiben in ihrem Wesen klar, und gerade darin liegt etwas sehr Friedliches.

Ich kann von ihnen lernen.


Damit für mich ein gelingendes Miteinander möglich ist, sieht meine Verantwortung jedem Tier gegenüber anders aus.

Ähnlich wie in einer Familie ist es wichtig, die Bedürfnisse der anderen zu kennen und zu respektieren. Jedes Tier bleibt Tier, mit seinem eigenen Verhalten, seinen Instinkten und seiner eigenen Art, sich in diesem Lebensraum zu bewegen. Genau daraus entsteht für mich Verantwortung. Für mich, für meine Hunde, für alle meine Tiere.


Waschbären und Mäuse

Ich füttere zum Beispiel die Waschbären bewusst nicht. Der Waschbär ist ein Neozoon, also eine Tierart, die ursprünglich nicht hier heimisch war und sich sehr erfolgreich an neue Lebensräume angepasst hat. Da er zudem kaum natürliche Feinde hat, ist es umso wichtiger, dass er seine Nahrung weiterhin selbst sucht und Häuser nicht zusätzlich als sichere Futterquelle verknüpft.


Auch die Mäuse füttere ich nicht. Wo Nahrung zuverlässig vorhanden ist, vermehren sie sich schneller und suchen noch gezielter die Nähe zum Haus. Ein natürliches Gleichgewicht bleibt eher erhalten, wenn auch sie ihre Nahrung in dem Rahmen finden, den die Umgebung ihnen ohnehin bietet.

Doch ich beobachte sie gern und wäre mal eine Maus in Not, ist ihr meine Hilfe sicher.


Eichhörnchen Momo im kleinen Waldhaus von Autorin Lena Dieterle
Eichhörnchen Momo

Eichhörnchen und Wildvögel

Eichhörnchen, sämtliche Wildvögel und auch Amy, die Taube mit dem deformierten Schwanz, unterstütze ich dagegen gezielt. Ich mag sie alle auf ihre Weise gleich gern, und dennoch nimmt Verantwortung bei jedem Tier eine andere Form an.


Selbstverständlich gibt es hier auch viele insektenfreundliche Pflanzen, Wildkräuter dürfen auf den Wiesen wachsen, Löwenzahn blühen, Giersch sprießen und Gundermann ranken. Dazu kommen zahlreiche Nistkästen für Fledermäuse und Vögel, Wildbienenhotels, Sandhaufen und Steinmauern für Eidechsen sowie ein kleiner Naturteich für Molche, Libellen und trinkende Tiere. Die Taube sitzt dort oft auf dem Schwimmring und trinkt, und auch Aurora kommt allabendlich an den Teich.


Feldwespen

Doch auch bei mir gibt es Grenzen. Es haben zum Beispiel im März Wespen begonnen, am Haus nach einem Platz für den Nestbau zu suchen. Das war ein Moment, in dem für mich klar war, dass ich direkt am Haus auch wegen meiner Hunde aufmerksam bleiben und gegebenenfalls eingreifen würde. Wie sich herausstellte, hatten diese Tiere deutlich längere Beinchen und verhielten sich ganz anders als die klassische Wespe. Es sind Feldwespen, die in der Regel nur kleine, handtellergroße Nester bauen und als ausgesprochen friedlich gelten. Mit diesem Wissen kam Ruhe hinein, und heute beobachte ich sie gerne bei ihrem Tun.

Wie so oft kommt es auf Maß, Ort und gegenseitigen Raum an. Niemand ist hier dem anderen untertan, und doch braucht jedes Wesen einen Platz, an dem es sein darf. Für alle findet sich hier ein geeigneter Ort, da bin ich mir sicher. Was sich ins Haus verirrt, wird eingefangen und wieder hinausbegleitet.


Vermutlich hilft mir grundsätzlich auch meine Haltung zum Leben, weil für mich nicht Sorge an erster Stelle steht, sondern Vertrauen in die Erfahrung, dass vieles seinen eigenen Weg in ein gutes Gleichgewicht findet.


Momo, Aurora, Amy und das friedliche Zusammenleben am Waldhaus

Seit einem halben Jahr lebe ich nun im Waldhaus und bisher ist keine der vielen Befürchtungen eingetreten, die mir oft entgegengebracht werden. Nichts wurde beschädigt, nichts am Haus zerstört, keine Kabel durchgebissen, kein Kompost geplündert, keine Müllsäcke aufgerissen.

Ja, die Waschbären graben gelegentlich in den Beeten nach Würmern und die Waldmäuse haben die ölhaltigen Samen vom Spinat aus dem Gewächshaus aufgefuttert. Die Lösung war einfach: Die Jungpflanzen mit einem Vlies schützen und den Spinat im Kübel vorziehen.

Das war alles. Insgesamt erlebe ich dieses Zusammenleben als friedlich und bereichernd.

Wenn ich Aurora am Abend sehe, freue ich mich einfach, weil ich weiß, dass sie sich bester Gesundheit erfreut. Gerade an den sehr kalten Wintertagen habe ich oft an sie gedacht. Würde ich "meine" Waschbär-Dame länger nicht sehen, würde ich mir Sorgen machen. Genauso ist es bei Taube Amy. Wenn sie mal einige Tage ausbleiben sollte, würde ich mich fragen, ob ihr etwas passiert sein könnte.

Verbundenheit entsteht, wenn man einander über längere Zeit beobachtet und die Wege des anderen kennt.


Weil Tiere seit jeher aufmerksam beobachtet wurden, ist in vielen Kulturen eine eigene Symbolik entstanden. Auch der Gedanke der Krafttiere beruht darauf, dass bestimmte Wesenszüge eines Tieres etwas sichtbar machen können, das uns innerlich berührt oder in einer Lebensphase begleitet.


  • Waschbär

    Der Waschbär steht für Anpassungsfähigkeit, Geschick und kluge Bewegung zwischen Welten. Er ist nachtaktiv, vorsichtig, beobachtend und findet Wege, wo andere keine sehen. Weil er tastend erkundet und sehr lernfähig ist, verbindet man ihn symbolisch oft mit Intelligenz, Wachsamkeit und dem behutsamen Erschließen neuer Räume.


  • Taube

    Die Taube trägt seit Jahrhunderten die Symbolik von Frieden, Treue und Sanftmut. Gleichzeitig steht sie für Heimkehr und Verlässlichkeit, weil Tauben ihren Weg immer wieder zurückfinden. In vielen Kulturen gilt sie als stilles Zeichen von Verbundenheit und Vertrauen


  • Maulwurf

    Der Maulwurf wird mit verborgenem Wirken verbunden. Er lebt unter der Erde, arbeitet unsichtbar und hinterlässt dennoch deutliche Spuren. Deshalb steht er symbolisch für Innenschau, Erdverbundenheit, stilles Gestalten und das Vertrauen darauf, dass auch Unsichtbares Wirkung hat.


  • Wildbiene

    Wildbienen verkörpern stille Wirksamkeit, natürliche Ordnung und Fruchtbarkeit. Anders als Honigbienen arbeiten viele Arten allein, sehr zielgerichtet und ohne Aufsehen. Symbolisch stehen sie für konzentrierte schöpferische Kraft und für die Bedeutung kleiner, oft übersehener Beiträge.


  • Feldwespe

    Feldwespen tragen eine Symbolik von Wachsamkeit, Schutz und klarer Struktur. Sie wirken oft strenger als andere Tiere, sind dabei aber sehr geordnet in ihrem Verhalten. Symbolisch stehen sie für Grenzbewusstsein, Verteidigung des Eigenen und soziale Klarheit.


  • Specht

    Der Specht wird häufig mit Beharrlichkeit verbunden, weil er mit großer Ausdauer arbeitet und verborgene Schichten freilegt. Sein Klopfen hat etwas Rhythmisches, fast Rufendes. Deshalb steht er auch für das Erreichen tieferer Ebenen, für Aufmerksamkeit und für das Sichtbarmachen dessen, was zunächst verborgen bleibt.


  • Eichhörnchen

    Das Eichhörnchen steht für Lebendigkeit, Vorsorge und Beweglichkeit. Es sammelt, springt, reagiert schnell und bleibt zugleich aufmerksam. Symbolisch trägt es deshalb oft die Bedeutung von Vertrauen, Leichtigkeit und dem Wissen, dass Vorbereitung Sicherheit schaffen kann.


  • Molch

    Der Molch wird mit Wandlung und Regeneration verbunden. Er lebt zwischen Wasser und Land, bewegt sich unauffällig und besitzt die Fähigkeit zur Erneuerung. Deshalb steht er symbolisch für Übergänge, Anpassung und stille innere Entwicklung.


  • Libelle

    Die Libelle wird häufig mit Leichtigkeit, Wandel und innerer Reifung verbunden. Ihr Leben beginnt im Wasser und vollzieht später den Übergang in die Luft, weshalb sie seit langem als Zeichen für Entwicklung, Klarheit und Wandlungsfähigkeit gilt. Durch ihre feine, fast schwerelos wirkende Bewegung steht sie außerdem für Präsenz, Bewusstheit und den Blick auf das Wesentliche.


Gerade in ihrer Gesamtheit erzählen diese Tiere viel von Aufmerksamkeit, Anpassung, stiller Klarheit und dem Vertrauen in natürliche Abläufe.


Karten-Set WUNDER EDITION 10 botanische Motive mit Wunder-und Glückszitaten
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Warum mir das Leben im Waldhaus so nahe ist

Ich empfinde all das auch deshalb so intensiv, weil mein menschlicher Inner Circle von Natur aus sehr klein ist. Nähe entsteht für mich dort, wo Ruhe möglich ist, wo Echtheit spürbar wird und wo ein stilles Verstehen ausreicht. Genau das begegnet mir im Waldhaus auf eine Weise, die ich als sehr wohltuend empfinde: Jedes Geschöpf bleibt in seinem eigenen Rhythmus, jedes folgt seinem Wesen und doch hat alles darin seinen Platz.


Ich habe hier nicht das Gefühl, in der Natur zu leben. Ich habe die Gewissheit, Natur zu sein.

Autorin Lena Dieterle mit ihren Hunden vor ihrem Waldhaus

Tatsächlich begleitet mich dieser Blick auf das Leben auch in meinem Schreiben schon sehr lange. In meinem Roman Reduktion – Die Essenz des Lebens tauchte Taube Amy bereits Jahre auf, bevor ich ins Waldhaus gezogen bin. Vieles von dem, was mir heute hier täglich begegnet, war innerlich längst da: die Aufmerksamkeit für Zwischentöne, die Verbundenheit mit dem Lebendigen, das Vertrauen in leise Entwicklungen und die Frage, was ein Leben im Kern trägt.

Wenn du meine Haltung zum Leben teilst oder tiefer in diese Gedankenwelt eintauchen möchtest, findest du genau diese Grundbewegung auch in meinen Romanen wieder. Alle meine Bücher erzählen auf ihre Weise von inneren Wegen, von einem naturnahen Leben in Klarheit und Bewusstsein, von Reduktion auf das Wesentliche und von dem, was entsteht, wenn man beginnt, genauer hinzusehen. Über eine Bestellung über meine Website freue ich mich sehr. Einige meiner Titel sind außerdem auch als Hörbuch erhältlich, unter anderem bei Audible, Amazon und iTunes. Viel Vergnügen!


Herzlichst

Lena



Pressekontakt

Lena Dieterle 
Am Felsenkeller 11
63924 Kleinheubach
lenaliteratur@web.de

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