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Auf der Suche nach Selbstakzeptanz trotz Hochstaplersyndrom

Auf der Suche nach Selbstakzeptanz: Ein persönlicher Blick auf das Hochstaplersyndrom

Achtung, der Begriff Hochstapler ist ein wenig irreführend. Die Betroffenen fühlen sich als Hochstapler, sind aber eher Tiefstapler.

Selbstakzeptanz trotz Hochstaplersyndrom

Selbstakzeptanz trotz Hochstaplersyndrom
Selbstakzeptanz trotz Hochstaplersyndrom

Für viele Jahre war ich von einer konstanten Angst begleitet - der Angst, dass ich nicht wirklich das verdient habe, was ich erreicht habe. Magische Momente wie das Erreichen eines wichtigen Meilensteins in meiner Karriere wurden von einem inneren Dialog begleitet, der mir sagte, dass ich nur Glück hatte oder dass ich andere Leute getäuscht habe, um dorthin zu gelangen. Diese Gedanken waren wie ein ständiger Schatten, der über meinen Erfolgen hing. Anstatt stolz auf meine Errungenschaften zu sein, fühlte ich mich unwohl und hatte Angst davor, dass jemand herausfinden könnte, dass ich nicht wirklich so talentiert oder kompetent bin, wie sie denken. Bis heute gibt es diese Ängste und Sorgen in mir, doch ich habe gelernt, vor allem grob Unsinniges rascher zu rationalisieren und mit der Realität abzugleichen und so zu korrigieren.


Das Hochstaplersyndrom ist paradox. Es ist schwer zu erklären, warum jemand, der äußerlich erfolgreich ist, sich innerlich so unzureichend fühlen kann. Ich denke, es hat viel mit dem Vergleich zu anderen und mit unrealistischen Erwartungen zu tun. Wir leben in einer Gesellschaft, die den Erfolg oft mit einem Maßstab misst, der oft unerreichbar scheint. Wir sehen die glänzenden Erfolgsgeschichten anderer und vergleichen sie mit unseren eigenen, oft unvollkommenen Erfahrungen.


Für mich war es wichtig zu erkennen, dass ich nicht allein war. Viele erfolgreiche Menschen, von Künstlern bis hin zu Unternehmern, haben ähnliche Gefühle erlebt. Jedern trägt diese bangen Fragen in unterschiedlicher Ausprägung in sich, kaum jemandem sieht man es an der Nasenspitze an. Und in einer Welt, in der man Schwachpunkte vor anderen tunlichst verborgen hält, spricht kaum jemand darüber. Es brauchte viel Zeit und aktive Arbeit, um zu verstehen, dass meine Erfolge nicht nur auf Glück oder Täuschung beruhten, sondern auf Engagement, Beharrlichkeit und durchaus auch echtem Talent.


Ein Wendepunkt für mich war, als ich anfing, über meine Gefühle zu sprechen und mich mit anderen auszutauschen, die ähnliche Erfahrungen gemacht hatten. Hier hat mir mein Instagram-Account persönlich sehr viel weitergeholfen (-> folge mir gerne dort auf meinem Profil @lenaliteratur). Es half mir zu erkennen, dass ich nicht allein war und dass diese Gefühle normal sind. Ich begann, meine eigenen Erfolge anzuerkennen und mir selbst gegenüber freundlicher, liebevoller und geduldiger zu sein.


Ein weiterer wichtiger Schritt war es, meine Denkmuster zu ändern. Anstatt mich ständig mit anderen zu vergleichen und mich selbst herunterzuziehen, begann ich, mich auf meine eigenen Fortschritte zu konzentrieren und kleine Siege zu feiern. Ich erkannte, dass Perfektion nicht realistisch ist und dass Fehler und Misserfolge ein natürlicher Teil des Lernprozesses sind.


Das Gefühl, ungenügend zu sein, kann aus verschiedenen Quellen stammen und ist oft das Ergebnis einer komplexen Wechselwirkung zwischen persönlichen Erfahrungen, sozialen Vergleichen und inneren Überzeugungen. Hier sind einige mögliche Ursachen: Frühe negative Erfahrungen, Ausnahme-Beispiele anderer, Perfektionismus und übersteigerte Erwartungshaltung, nicht wertschätzende Selbstgespräche und Glaubenssätze, schlechte Routinen, kulturelle Einflüsse.


Heute bin ich dankbar für meine Erfahrungen mit dem Hochstaplersyndrom, denn sie haben mich gelehrt, demütig zu bleiben und mich kontinuierlich zu verbessern. Ich habe verstanden, dass der Weg zum Erfolg oft mit Selbstzweifeln gepflastert ist, aber dass es ebenso möglich ist, sie zu überwinden und sich selbst zu feiern.


Wenn du dich also jemals so gefühlt hast, als ob du deinen Erfolg nicht verdient hast, möchte ich dir sagen: Du bist nicht allein. Es ist normal, sich manchmal unsicher zu fühlen, aber lass diese Gefühle nicht deine Erfolge schmälern. Feiere deine Errungenschaften, egal wie klein sie erscheinen mögen, und erkenne an, dass du es verdient hast, dort zu sein, wo du bist. Du musst dich nicht immer wieder neu beweisen, du bist immer okay, immer genug und darfst deinen Platz im Leben ganz selbstverständlich einnehmen.


Deine Lena


PS: Wenn dich das Thema beschäftigt, dann empfehle ich dir das Magazin EIGENKREATION Vögel wollen fliegen.


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