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Ich bin ambivertiert

Introvertiert, extrovertiert und ambivertiert: Ein Vergleich



Introvertiert, extrovertiert oder ambivertiert
Introvertiert, extrovertiert oder ambivertiert

Introvertiert: Introvertierte Menschen neigen dazu, ihre Energie aus dem Alleinsein zu schöpfen und fühlen sich in sozialen Situationen oft schneller erschöpft. Sie bevorzugen ruhige und weniger stimulierende Umgebungen, in denen sie Zeit haben, über ihre Gedanken nachzudenken und sich auf ihre inneren Empfindungen zu konzentrieren.


Extrovertiert: Im Gegensatz dazu gewinnen extrovertierte Personen ihre Energie aus dem Zusammensein mit anderen und blühen in sozialen Situationen auf. Sie sind oft gesprächig, gesellig und suchen nach neuen Erfahrungen und Stimulation. Extrovertierte ziehen es vor, in lebhaften Umgebungen zu sein, in denen sie mit anderen interagieren können.


Ambivertiert: Die Ambiversion wird oft als ein Zustand betrachtet, in dem eine Person sowohl introvertierte als auch extrovertierte Merkmale in stark ausgeprägter Form aufweisen kann. Ambivertierte Menschen können sich sowohl in sozialen als auch in ruhigeren Umgebungen wohl fühlen und können je nach Situation flexibel zwischen beiden Verhaltensweisen wechseln. Sie können also durchaus in bestimmten Momenten extrovertiert und in anderen introvertiert sein, ohne sich jedoch notwendigerweise dazwischen "gefangen" zu fühlen.


Es erreichen mich immer wieder Fragen, wie es für mich als Hochsensible möglich ist, zum Beispiel vier Tage am Stück auf der Buchmesse unter Menschen und im permanenten Gespräch zu sein. Die Messezeit hier in Leipzig ist für mich in der Tat eine anspruchsvolle Zeit, doch ich habe mich darauf eingestellt, bin gut vorbereitet und nehme mir die Zeit, die ich für mich brauche. Am Donnerstag habe ich die Messe am Abend mit rasenden Kopfschmerzen verlassen… ein ungewohnter Lärmpegel, wenig Frischluft, etwas Aufregung und viele Gespräche. Das hat den sensiblen Akku rasch geleert. Gestern, an Tag 2, war ich bereits akklimatisiert, angekommen und voll in meinem Element. Als habe man einen Schalter umgelegt, in einen aufgeschlossenen und kommunikativen Modus gewechselt.


Und hier kommt das Wort ,ambivertiert‘ ins Spiel. Es trifft meine Situation ähnlich gut wie der Wechsel zwischen Hochsensibilität und High Sensation Seeking. Man ist mal introvertiert und mal extrovertiert, selten etwas dazwischen. Also weder noch oder besser sogar sowohl als auch ☺️ Um es mit Goethe zu sagen: ,Zwei Seelen hausen ach in meiner Brust.‘ Je nach Situation bin ich gefühlt ein anderer Mensch, kann mich für einen absehbaren Zeitraum gut anpassen auf die Erforderlichkeiten unterschiedlichster Herausforderungen.


Erst, wenn ich lauten/hektischen/stressigen Situationen permanent ausgeliefert bin, wird es ungut für mich. So, wie es jetzt ist... mal nur für vier Tage, ist das überhaupt kein Problem. Es ist sogar das Gegenteil der Fall, denn ich empfinde es als eine sehr willkommene Abwechslung zu meinem sonstigen Rückzug. Mein Scanner-Gehirn braucht diese Impulse zur Inspiration. Und ich setze mich auf der Messe auch mal alleine in die letzte Ecke und beobachte im Stillen.Müsste ich mich entscheiden, so wäre ich introvertiert. Zum Glück muss ich das nicht und bleibe weiterhin ambivertiert ☺️


Und du? Was trifft eher auf dich zu?

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