Veganer Zitronen-Thymian-Kuchen
- lena.literatur

- vor 21 Stunden
- 3 Min. Lesezeit
Aktualisiert: vor 8 Stunden

Manchmal entstehen Rezepte aus einer ganz praktischen Situation. Ich habe vor Kurzem mehrere Hochbeete geschenkt bekommen. In einem davon wuchs ein alter Thymian – stark verholzt und überfällig für einen Rückschnitt.
Also habe ich ihn deutlich gekürzt, damit er im Frühjahr wieder frisch austreibt und dicht nachwachsen kann. So lag auf einmal eine große Menge duftender Zweige vor mir.
Ich habe kleine Sträuße gebunden – einige zum Trocknen, einige zum Verschenken, andere für die frische Küche. Und während ich diesen intensiven Duft in den Händen hielt, war klar: Damit probiere ich einen feinen Kuchen.
Getreu dem Motto: Wenn das Leben dir Thymian schenkt, backe einen Zitronen-Thymian-Kuchen.
Gebacken habe ich ihn in einer kleinen, einfachen Springform. Der Ofen war vollständig vorgeheizt, damit der Teig sofort reagieren kann und gleichmäßig aufgeht.
Zutaten (für eine kleine Springform, ca. 18 cm)
130 g Dinkelvollkornmehl
ca. 75 g gemahlene Mandeln (naturbelassen)
15 g Erbsenproteinpulver (optional)
1½ TL Backpulver
½ TL Natron
1 Prise Salz
60 g Dattelsüße (DM)
90 g Rapsöl
35 g Kokosfett
2 kleine geriebene Äpfel oder 1 großer
Saft von 1-1½ Zitronen
etwas abgeriebene Zitronenschale (Bio)
ca. 50–60 ml Pflanzendrink
30 ml Sprudelwasser
1 TL Apfelessig
1 TL Vanille
1 gehäufter TL frische Thymianblättchen plus ein paar kleine Zweige

So gelingt der Zitronen-Thymian-Kuchen – Schritt für Schritt
1. Vorbereitung
Stelle alle Zutaten bereit. Wiege alles genau ab. Gerade beim Backen ist Präzision wichtig, da Natron und Backpulver nur im richtigen Verhältnis optimal wirken.
Heize den Backofen auf 175 °C Ober-/Unterhitze vor. Das vollständige Vorheizen ist entscheidend, weil der Teig durch die Säure (Zitrone, Apfelessig) und die Triebmittel sofort zu reagieren beginnt.
Fette die kleine Springform sorgfältig ein. Verwende dafür etwas Öl oder vegane Margarine und verteile es mit einem Pinsel oder Küchenpapier auch in den Randbereichen. Optional kannst du die Form leicht mit gemahlenen Mandeln oder Mehl ausstreuen, damit sich der Kuchen später problemlos lösen lässt.
2. Trockene Zutaten mischen
Gib Mehl, gemahlene Mandeln, Erbsenprotein (falls verwendet), Backpulver, Natron, Salz und Vanille in eine große Schüssel.
Vermenge alles gründlich mit einem Schneebesen. Dieser Schritt sorgt dafür, dass sich die Triebmittel gleichmäßig verteilen und der Kuchen später locker wird.
3. Flüssige Zutaten vorbereiten
Schmilz das Kokosfett vorsichtig bei niedriger Hitze oder im Wasserbad, bis es flüssig ist. Es sollte nur geschmolzen, nicht heiß sein.
Reibe die Äpfel fein. Du kannst sie mit Schale verwenden, wenn sie Bioqualität haben.
Gib nun in eine zweite Schüssel:
Rapsöl
geschmolzenes Kokosfett
geriebene Äpfel
Zitronensaft
etwas Zitronenschale
Pflanzendrink
Sprudelwasser
Apfelessig
Dattelsüße
Rühre alles gründlich mit einem Schneebesen oder Löffel, bis eine gleichmäßige Masse entsteht.
4. Teig herstellen
Gieße die flüssige Mischung zu den trockenen Zutaten.
Rühre nun zügig, aber nur so lange, bis keine trockenen Mehlreste mehr sichtbar sind. Ein zu langes Rühren macht den Teig kompakt, da sich das Gluten im Mehl stark entwickelt.
Zum Schluss die frisch gezupften Thymianblätter unterheben. Sie sollten gut verteilt sein, ohne dass du den Teig erneut lange bearbeitest.
Der Teig hat eine mittelfeste, leicht cremige Konsistenz. Falls er sehr dick wirkt, kannst du esslöffelweise etwas Pflanzendrink ergänzen.
5. Backen
Fülle den Teig sofort in die vorbereitete Springform. Streiche die Oberfläche glatt.
Backe den Kuchen auf mittlerer Schiene bei 175 °C etwa 45 Minuten.
Öffne den Ofen während der ersten 35 Minuten nicht, da der Kuchen sonst zusammenfallen kann.
6. Stäbchenprobe
Steche gegen Ende der Backzeit mit einem dünnen Holzstäbchen oder Zahnstocher in die Mitte des Kuchens. Bleibt beim Herausziehen kein feuchter Teig haften, ist der Kuchen fertig. Sind noch feuchte Krümel sichtbar, verlängere die Backzeit um 5 Minuten und prüfe erneut.
Lasse den Kuchen zunächst 15 Minuten in der Form abkühlen. Löse dann vorsichtig den Rand der Springform (falls erforderlich mit einem Messer am Rand entlang fahren - war hier nicht nötig) und stelle den Kuchen zum vollständigen Auskühlen auf einen Teller oder ein Kuchengitter.

Glasur & Dekoration
Für die Glasur habe ich Puderzucker mit Zitronensaft verrührt. Zusätzlich habe ich etwas veganen Frischkäse untergemischt. Dadurch entsteht eine cremigere Konsistenz und auch, weil dann insgesamt weniger Puderzucker benötigt wird.
Rühre so lange, bis die Glasur dickflüssig ist. Sie sollte langsam vom Löffel fließen und sich über den Kuchen legen, ohne vollständig abzulaufen.
Mit frischen Thymianzweiglein dekorieren und die Glasur vollständig trocknen lassen.

Wenn dir dieser vegane Zitronen-Thymian-Kuchen gefällt, wirst du auch meine anderen saisonalen Rezepte mögen. In der Kategorie „Lena kocht“ findest du weitere vegane Kuchen, einfache Ofengerichte und Ideen aus der Wildkräuterküche. Schau dich in Ruhe um und entdecke, was gerade zu deiner Jahreszeit passt.
Und falls du zwischen Küche und Garten auch literarische Begleitung suchst: In meinen Romanen erzähle ich von Aufbruch, Rückzug, Natur und innerer Wandlung. Vielleicht wartet dort genau die Geschichte auf dich, die dich im Moment begleiten möchte.
Viel Freude mit dem Rezept!
Herzlichst
Lena



