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Die Magie des Selbstausdrucks - Abstraktes Malen in einem Atelier

Blick ins Atelier
Blick ins Atelier

Der Begriff "abstrakt" stammt vom lateinischen Wort "abstrahere", was "wegnehmen" oder "entfernen" bedeutet. In der abstrakten Malerei werden die Objekte oder Szenen auf der Leinwand weggelassen, um Raum für individuelle Interpretationen und Ausdrücke zu schaffen. Indem sie die Grenzen der traditionellen Malerei sprengt und neue Wege der Selbstausdrucks erforscht, hat die abstrakte Malerei einen bleibenden Einfluss auf die Kunstwelt und inspiriert Künstler und Betrachter auf der ganzen Welt.


Im Atelier Selbstausdruck im Atelier

Am vergangenen Samstag begab ich mich zum ersten Mal in ein Atelier nach Aschaffenburg, das sich versteckt in den Gassen der Stadt befand. Inhaberin dort ist Jennifer Maus, die in den Räumen in der Dinglerstraße auch Malkurse anbietet. Gut gelaunt und mit Malpappe und Farben ausgerüstet, habe ich in der Tiefgarage der Alexandrastraße geparkt und den Schleichweg am JUKUZ vorbei gewählt. Schon beim Öffnen der Tür wurde ich von einem angenehmen Duft nach Farben und Kreativität empfangen. In der Mitte des Ateliers befand sich ein großer Tisch, umgeben von Stühlen. An den Fenstern hingen Pflanzen in geflochtenen Makramee-Hängern, die in der Sonne baumelten. Ich liebte diesen lichtdurchfluteten Raum auf Anhieb, er hatte einen ganz eigenen Charme. Bei einem Menschen würde man sagen, er hat Charakter! Auf dem Tisch waren Gläser mit Pinseln und Spachteln platziert, bereit, auf noch leeren Leinwänden ihr Werk zu verrichten. Selbstausdruck im Atelier


Der erste Pinselstrich zum Selbstausdruck Selbstausdruck im Atelier

Als ich vor meiner ersten weißen Leinwand stand, spürte ich eine Mischung aus Aufregung und Unsicherheit. Doch neben mir arbeitete eine andere Künstlerin, Tanja Knabe, an ihrem eigenen Werk. Tanja habe ich über meinen Debüt-Roman und dann über Instagram kennengelernt - so kam ich an diese wunderbare Gelegenheit, in diesem Atelier zu malen. Ihr angenehmes Wesen und ihre fachkundige Anleitung ermutigten mich rasch, meinen ersten Pinselstrich zu setzen. Es war gleich ein ganz breiter Pinsel und die Farbe so satt, ein angenehm leuchtendes Senfgelb. Die Farb-Auswahl an Acryl war ein Wunsch von Evi, meiner Zwillingsschwester. Sollte das Bild gelingen, so ziert es in wenigen Wochen ihr neu gestaltetes Wohnzimmer… das war unser Deal. Wohl wissend, dass man beim ersten Mal kein Meister sein kann und das Malen völlig ergebnisoffen praktiziert wird.


Die Zeit verging wie im Flug, als ich mich in meine Arbeit vertiefte. Die Stimmung im Atelier war entspannt und zugleich inspirierend. Es gab keinen Druck, nur den Wunsch, sich auszudrücken und Neues bei sich selbst zu entdecken. Während ich die Farben auf die Leinwand auftrug und mit verschiedenen Techniken und Werkzeugen hantierte, fühlte ich Freude und Freiheit, denn mir wurde wieder bewusst, dass ich endlich das Leben führe, was ich mir sicher zwanzig Jahre lang schon gewünscht hatte. Und ich merkte wieder eine Veränderung an mir, denn ich war offen für Neues ... da ist diese Spontanität in mir, die es lange nicht mehr gegeben hat. Vermutlich lag es daran, dass ich früher mit meiner Energie so stark haushalten musste, dass ich solche besonderen Extras lieber ausgespart habe, um nicht an ein Limit zu kommen.

Dabei möchte ich solch wertvolle Erfahrungen unbedingt machen! Und ich liebe es immer wieder, wie Tanja und ich uns gegenseitig inspirieren. Bis das Bild getrocknet war, saßen wir noch zusammen beim gemeinsamen Austausch von Ideen und Erfahrungen. Es gibt einfach diese Menschen, da brauchst du keine Aufwärmphase. Selbstausdruck in einem Atelier


Lena malt abstrakte Kunst
Lena malt

Am Ende des frühen Nachmittags betrachtete ich meine Leinwand und lächelte zufrieden. Es ist wohl kein Meisterwerk entstanden, aber ein Ausdruck meiner Selbst, ein Stück meiner Seele zum Anschauen in Selfgelb und Petrol, eine ganz eigene Interpretation eines Werkes von Mark Rothko.


Zu Mark Rothko Selbstausdruck im Atelier

Er war ein einflussreicher amerikanischer Maler des abstrakten Expressionismus, der für seine monumentalen und nonfigurativen Gemälde bekannt ist. Geboren am 25. September 1903 in Lettland als Markus Rothkowitz, emigrierte er in den frühen 1910er Jahren mit seiner Familie in die USA und ließ sich schließlich in New York City nieder. Rothkos Werk zeichnet sich durch große, farbintensive Gemälde aus, die oft aus rechteckigen Farbfeldern aufgebaut sind. Diese Farbfelder sind häufig durch unscharfe Übergänge voneinander getrennt, was seinen Werken eine einzigartige Atmosphäre verleiht und in eine Welt der Farbe und Tiefe entführt. Was Rothkos Werke besonders faszinierend macht, ist ihre emotionale Intensität und die Fähigkeit, Gefühle und spirituelle Erfahrungen beim Betrachter hervorzurufen. Rothko war ein Meister der Farbe und des Lichts und experimentierte mit verschiedenen Techniken und Materialien, um die gewünschten Effekte zu erzielen. Sein Werk hat einen enormen Einfluss auf die moderne Kunstwelt gehabt und seine Gemälde werden heute in renommierten Museen auf der ganzen Welt ausgestellt.

Leider litt Rothko gegen Ende seines Lebens unter Depressionen und nahm sich am 25. Februar 1970 das Leben. Trotz seines tragischen Endes hinterließ er der Welt ein beeindruckendes künstlerisches Erbe, das auch heute noch zahlreiche Künstler und Kunstliebhaber inspiriert und fasziniert.


Als mir einmal der Pinsel ausrutschte, als ich gerade mit einem Spachtel hantierte, entstand ein dunkelblauer Fleck im senfgelben Farbbereich. Erst dachte ich „holy shit!!! Was nun?!“ …  doch als Tanja a la Bob Ross diesem eigensinnigen Fleck das Label „happy little accident“ gab, wusste ich, der Fleck bleibt! Er steht für das Unperfekte, für die Eigenheiten des Lebens. Und alle, die das Bild danach gesehen haben dachten, es sei Absicht. Zu meinem großen Glück mag Evi das Bild richtig gut leiden, weshalb ich es jetzt in Gold mit einem Passepartout rahmen lasse, damit es bald die Wand in ihrem Wohnzimmer zieren kann. Das finale Bild an Ort und Stelle reiche ich nach.


Abstrakte Kunst nach einer Vorlage von Mark Rothko
Abstrakte Kunst

Als ich das Atelier verließ, fühlte ich mich erfüllt und inspiriert. Der bunte und intensive Vormittag des Selbstausdrucks hatte mir gezeigt, dass es nicht darum ging, perfekt zu sein, sondern darum, den Mut zu finden, sich auszudrücken und seiner Kreativität freien Lauf zu lassen. Und dafür bin ich sehr dankbar. Diese Erfahrung empfehle ich von ganzem Herzen, es gibt dazu auf meinem Instagram-Account auch ein sehenswertes Reel/Kurzvideo. Du findest mich dort unter dem Namen @lenaliteratur - ich freu mich über eine Vernetzung!


Kreatives Werkzeug: Pinsel und Spachtel im Atelier
Kreatives Werkzeug
Farben im Atelier
Farben

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