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Bericht einer unvergesslichen Reise: Mit dem Mini-Camper durch Frankreich

Alleinreise mit dem Mini-Camper oder: Wie sich Träume leben so anfühlt Mit dem Mini-Camper durch Frankreich



Mit dem Mini-Camper durch Frankreich
Mit dem Mini-Camper durch Frankreich

Hallo liebe/r Reisefreund/in,


wie versprochen melde ich mich wieder von unserer Reise. Inzwischen bin ich seit mehreren Wochen allein mit meiner Hündin Nala unterwegs. Mit unserem kleinen Teardrop-Anhänger haben wir pünktlich am 24.05.2024 die Heimat hinter uns gelassen und sind auf Entdeckungsreise gegangen. Erst auf das Camper-Glück bei Koziol in Erbach, dann Richtung Frankreich.


Das ist für mich schon was ganz Besonderes, wo ich davor viele Jahre vor lauter Arbeit kaum unterwegs war. Zum Glück war das Leben im Mini-Camper für mich nicht ganz neu, denn ich habe bei einigen kürzeren Ausflügen in den Odenwald oder ins Simmertal bereits Erfahrung gesammelt. Es ist wunderbar, diese Routine zu haben, die den Alltag im Camper einfacher und stressfreier macht. Vor allem auch beim Fahren, Parken, Anhängen, Tarp/Vorzelt aufbauen usw., da ich auf der Reise ganz auf mich allein gestellt bin.  



Zauberhafte Picardie

Unser erster Halt führte uns in die Picardie. Diese Region hat mich mit ihren weiten Feldern und charmanten kleinen Dörfern sofort wieder in ihren Bann gezogen. Hier war ich schon einige Male, aber immer nur für ein paar Tage, nicht länger als eine Woche. Diesmal wollte ich zunächst dort bleiben und ankommen. Ankommen in meinem neuen Leben. Spüren, realisieren, einfach sein. Das war auch die goldrichtige Entscheidung, denn ich hatte sehr viel Ruhe und konnte wunderbar an meinem neuen Buch weiterarbeiten. Ich kann gar nicht zählen, wie viele Stunden ich durch die malerischen Dörfer geschlendert bin und einfach die Atmosphäre aufgesogen und das Leben genossen habe. Sehenswert ist für mich das Herbarium in Saint-Vallery-sur-Somme (Eintritt 10 Euro) ... ein alter wunderschöner Garten, in dem es wechselnde Ausstellungen gibt. Diesmal waren es Schwarz-Weiß-Fotografien von Tänzerinnen, die die Formen von Blüten nachahmten.





Beim Wandern entlang der schier endlos langen Küstenlinie sammelte ich markante Steine. Das mache ich immer so.

Kennst du das herrliche Gefühl, wenn du barfuß auf sonnenwarme und von der Flut weich geschliffenen Steine trittst?

Die gesammelten Steine sind alles Andenken an diese für mich sehr erdende und friedliche Zeit … und ich weiß, ich komme wieder. Kaum Tourismus, eine gerade botanisch sehr artenreiche Natur. Ein paar Tage lang begleitete uns Regen, aber die gemütlichen Stunden im Camper, während es draußen prasselte, waren auch etwas Besonderes. Tatsächlich hatten wir mehrfach am Morgen und am Abend die Heizung laufen. Mit dem Mini-Camper durch Frankreich


Die Freude am Einfachen

Das Kochen auf dem Campingkocher unter freiem Himmel ist ein echtes Highlight meiner Reise. Ich liebe es, so viel im Freien zu sein, barfuß zu laufen und in meiner Outdoor-Küche ein warmes Abendessen zuzubereiten. In meinem letzten Blogbeitrag habe ich über die selbst kreierten veganen Gerichte geschrieben, die ich unterwegs zaubere – von köstlichem Meeresspargel bis hin zu Salzmelde, die ich jeden Tag ganz frisch direkt am Strand und in den Salzwiesen im Marschland sammle. Die französische Küche ist dank Artischocke und Co auch auf dem Campingplatz ein wahrer Genuss!


Bohneneintopf mit Meeresspargel
Bohneneintopf mit Meeresspargel


Die Geschichte der Normandie

Weiter ging es in die Normandie, eine Region, die so reich an Geschichte ist, dass ich längst nicht alles bei meinem Aufenthalt sehen konnte. Man kann die Vergangenheit förmlich spüren, wenn man am Ufer steht und den Wind über das Meer wehen hört. Ein Highlight waren die Steilküsten um Étretat, wobei ich hier den Hauptspots (unter anderem auch dem Garten zu Ehren des Malers Monet) nur einen kurzen Besuch abstattete und mit Nala dann lieber fernab der Menschen durch die hübschen Dörfer und an die abgelegeneren Steilküsten (Nala als Hunde-Seniorin in ihrem geländegängigen Wagen alias Porsche!). Besonders verliebt habe ich mich in Bénouville, ein idyllisches Örtchen mit gerade mal 2.000 Einwohnern. Alles erinnerte mich an ein französisches Bullerbü und mein Herz flüsterte. „Hier solltest du leben“ ...





Der Mont Saint-Michel, dieser majestätische Felsen, der wie ein Märchenschloss aus dem Meer aufragt, hat mich nur von Weitem gesehen oder besser gesagt ich ihn. Schon sehr beeindruckend, doch klassische Touristenorte ziehen mich nicht an.


Wilde Schönheit der Bretagne

Nun sind wir in der Bretagne, und diese Region übertrifft alle meine Erwartungen. Die wilden, zerklüfteten Küsten und das tosende Meer sind einfach atemberaubend. Teilweise weht der Wind so stark, dass ich das Smartphone mit zwei Händen halten muss, um ein Video aufzunehmen und selbst dann ist es eine Herausforderung. Heute bin ich am Cap d`Erquy gewandert und habe lange nicht mehr so ein strahlend blaues Meer gesehen. Auch hier verbringe ich Stunden damit, entlang der Steilhänge zu wandern und die frische Meeresbrise zu genießen. Nala rennt jeden Morgen am Strand, während ich Musik höre oder einfach die Landschaft auf mich wirken lasse. Das Gefühl der Freiheit ist unbeschreiblich – jeden Tag ein neues Abenteuer, jeder Augenblick ein Geschenk.

 

Wilde Bretagne am Cap d'Erquy
Wilde Bretagne am Cap d'Erquy

Das einfache Leben unterwegs

Das Leben im Mini-Camper ist einfach, manchmal anstrengend, aber unglaublich erfüllend. Wäschewaschen per Hand, das Kochen auf dem kleinen Campingkocher und das Einrichten eines gemütlichen Schlafplatzes – all diese kleinen alltäglichen Aufgaben machen das Leben unterwegs so besonders. Es ist erstaunlich, wie wenig man braucht, um glücklich zu sein. Doch ist auch erstaunlich, wie wichtig es ist, die zehn bis fünfzehn elementaren Dinge zur Hand zu haben und eine strenge Ordnung zu halten. Jeder Standortwechsel bringt neue Herausforderungen und viele Stunden Fahrzeit. Ein Reisen, wie ich es bisher nicht gewohnt war. Manchmal ist es ein Sturm, der mich nachts wachhält und mich noch um drei Uhr das Tarp wieder abbauen lässt, weil der Wind so stark am Camper rüttelt, dass man seekrank werden könnte, manchmal das Trocknen der nassen Sachen in der Sonne, manchmal die Suche nach einem neuen schönen Platz für die Nacht. Ich stehe nie wild, weil ich allein zu viel Sorge vor einem Überfall habe. Für mich eine gute Entscheidung, denn auf den Campingplätzen habe ich alles, was ich brauche, und fühle mich für 25-30 Euro die Nacht sicher und geborgen.

 

Augenblicke der Stille und Reflexion

Die Freiheit, die ich auf dieser Reise erlebe, ist unbezahlbar. Es gibt Tage, an denen ich einfach nur dasitze, den Wellen lausche und meine Gedanken schweifen lasse. Das Steine sammeln ist für mich auch in der Bretagne zu einer kontemplativen Beschäftigung geworden, die mich erdet und mich die Schönheit der Natur noch intensiver erleben lässt.

Unsere Reise ist noch nicht zu Ende, und ich freue mich auf alles, was noch kommt. Mit meinem Mini-Camper und Nala an meiner Seite habe ich die Freiheit, jeden Tag aufs Neue zu gestalten und das Leben in vollen Zügen zu genießen.


Bleib dran und begleite uns weiterhin auf unserem Abenteuer! Auch auf das Buch zur Reise kannst du schon gespannt sein. Es wird weniger ein detaillierter Reisebericht, eher gelebte Selbstreflexion. Gedanken über das Leben, die sich mir reihenweise auftun.


Angedacht. Inspirierend. Bewegend. Für Dich, für mich.


Herzlichst

Lena



Karte "Hege deinen Seelengarten" vor toller Kulisse in der wilden Bretagne
Karte "Hege deinen Seelengarten"



Mit dem Mini-Camper durch Frankreich
Mit dem Mini-Camper durch Frankreich

 

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